Ronald Mooshammer

 
 


Der bekennende Sachse, in Leipzig geborene Ronald Mooshammer, kam schon früh mit Musik in Kontakt. Die Mutter spielte Klavier und ein bisschen Geige, auf dem Plattenspieler kreisten Platten mit klassischer Musik und ein Hellsehe
r sah, sein Leben werde von Musik bestimmt sein. Der als Knabe gehegte Berufswunsch Indianer zu werden, scheiterte an der Realisierung. M. studierte Klassischen Tanz. Nach bestandener Prüfung war er ein Jahr in Halle, danach zwei Jahre an der „Lindenoper“ in Leipzig. Es folgten fünf Jahre als Solist in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz). In Halle kam er mit dem Jazz in Kontakt. Er hörte das berühmte „Pariser Konzert“ vom Gerry Mulligan Quartet. Seitdem ist er dem Jazz verfallen. Über das Dave Brubeck Quartet mit Paul Desmond fand er zu Charles Mingus und den großartigen Blue Note - Aufnahmen der 50er bis 70er Jahre. In Karl-Marx-Stadt dann die ersten Bekanntschaften und Freundschaften mit Jazzmusikern; Ernst-Ludwig Petrowsky, Klaus Koch, Joachim Kühn und einer Reihe anderer. Nach dem Mauerbau im Jahr 1961 wurde M. Solist am Berliner Metropoltheater und mit dem Umzug nach Berlin kam der volle Einstieg in Jazzszene der DDR. M. erzählt, dass er mit Klaus Lenz und Günter Fischer um die Ecken gezogen ist, den Free Jazz entdeckt und „Jazz in der Kammer“ in jedem Monat
Höhepunkt wurde. Über Jost Gebers von der FMP lernte er viele Musiker aus dem Westen kennen; Irene Schweizer, Rüdiger Carl, Alexander von Schlippenbach, Evan Parker und und und. Han Bennink, John Tchicai und viele andere saßen beim ihm auf der Couch. Die ehemalige Bäckerei in der Sonnenburger Straße im Prenzlauer Berg war eine heiße Adresse für Musiker, Jazzfans und Stasi. Viele Geschichten aus dieser Zeit werden in seinem Buch „Der einarmige Wirbel“, an dem er schreibt und, so M.,
hofft, dass es irgendwann einmal fertig wird und einen Verleger findet, nachzulesen sein. Von der Tanzerei genug habend, studierte M. an der Hochschule für Musik Berlin „Hanns Eisler“ Musiktheaterregie, erarbeitete viele Programme für Rockbands; „Modern Soul“, „Veronika Fischer & Band“, „electra“, „Katrin Lindner & Schubert-Band“, um nur ein paar Namen zu nennen. Die letzten zwei Jahre vor der Wende war er Regisseur am „Palast der Republik“ und nach der Wende erst mal ohne Job! Mit einer kleinen Serie über Stasifälle in Thüringen begann eine beruflich neue Phase, als Redakteur und Realisator für alle deutschen TV-Sender.
Dann Wechsel zum Zeitungsjournalismus. Heute arbeitet M. nur noch sporadisch für die Zeitung, er hat für sich ein neues Feld entdeckt. Seit 2007 ist er Organisator, Produzent, künstlerischer Leiter und Moderator des „Schulzendorfer Jazzsommer“. Dass die Reihe ein großer Erfolg ist, bereitet dem alten Jazzer ein Riesenvergnügen – ist es doch seine Musik!
 

Wenn Musik spontan kommt, wird es immer rauh und eckig, nie sauber und poliert sein, aber es wird den Geist des Jazz atmen. (Dave Brubeck)


Vita

Der "Schulzendorfer Jazzsommer" ist ein

non-profit-Unternehmen. Die Einnahmen durch Eintritt, Sponsoring und Spenden werden an die Künstler weiter gegeben. Eventuelle Überschüsse werden im .nachfolgenden Jahr eingesetzt

KMStadt 1962 v. li. Bimbo, Petrowsky, Türkowsky, J.Kühn. Blume, M

Wohnung Sonnenburger

M. mit Uli Gumpert

v.li. Kiesandt,Melanie und Rolf Kühn, Nicolai, M

M. mit Hohner


Sie wollen dir weismachen, das Reich der Kunst sei von einer Grenze umgeben, aber, Menschenskind, die Kunst hat keine Grenze. (Charlie Parker   Saxofonist 
1920 - 1955)